Buchrezension: Die Kunst, über Geld nachzudenken – Andre Kostolany

Welche wichtigen Lehren und Erfahrungen können wir dem letzten Buch der verstorbenen Finanz- und Börsen-Legende, Andre Kostolany, entnehmen.

Wie immer, ist von Andre Kostolany auch diesmal praktisches und hilfreiches Börsen- und Finanzwissen gepaart mit viel Humor, zu erwarten.

Viel Spaß bei der Zusammenfassung von, Die Kunst, über Geld nachzudenken, von Andre Kostolany.

Dieses Buch, des Börsengurus Andre Kostolanys, ist nicht das klassische Finanzbuch, das Anlagestrategien für den Vermögensaufbau oder sonstige Investment-Tipps enthält, um ein zusätzliches Einkommen zu generieren. Vielmehr vermittelt es eine große Menge an allgemein gültigen Finanz-Tipps, Weisheiten und Grundsätzen, die für einen privaten Investor durchaus hilfreich sein können. Kostolany räumt mit Börsenmärchen auf und gibt hilfreiche und zugleich unterhaltsame Ratschläge für eine erfolgreiche langfristige Partizipation an der Börse.

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Über Andre Kostolany

 Andre Kostolany war ein Börsen- sowie Finanzexperte, Journalist & Schriftsteller und ein Entertainer mit ungarischen Wurzeln und einer US-amerikanischen Staatsbürgerschaft. Zusammen mit dem seinem Geschäftspartner Gottfried Heller gründete er 1971 in München die angesehene Vermögensverwaltung FIDUKA, eine der ältesten unabhängigen Vermögensverwaltungen Deutschlands.

Gestorben ist Kostolany am 14. September in Paris.

Inhalt

In diesem Buch beschreibt der große Kostolany sehr genau die Mechanismen und Teilnehmer an der Börse. Dabei geht Kostolany insbesondere auf einen bestimmten Teilnehmer ein, den Spekulanten. Denn ein solcher war Kostolany selbst.

Außerdem beschreibt der Autor die Vor- und Nachteile sowie das Verhalten verschiedener Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe, Sachwerte sowie Immobilien im Detail.

Auch auf die psychologischen Aspekte des Spekulierens/Investierens geht Kostolany in einem gesonderten Kapitel äußerst detailliert und aufschlussreich ein.

Besonders interessant und unterhaltsam sind Kostolanys Ausführungen zu dem amateurhaften Verhalten der meisten Privatanleger.

Hier differenziert Kostolany grundlegend zwischen zwei Arten von Investoren. Den „Hartgesottenen“ und denen mit den „zittrigen Händen“.

Erstere schaffen es nicht, eine Finanz- oder Anlagestrategie konsequent durchzuziehen, da sie sich schnell von den Meinungen anderen Menschen oder „Experten“ beeinflussen lassen. Diese Menschen verlieren an der Börse zumeist den Großteil ihres Geldes. Ihnen fehlt schlichtweg die psychologische Intelligenz und Stabilität und das nötige Wissen der grundlegenden Börsenmechanismen und -Spielregeln.

Zweitere sind Investoren, die eigenbestimmt Investmentstrategien strukturieren und konsequent beibehalten können. Diese Anleger können Störgeräusche und externe Einflüsse aufgrund ihres Wissens und psychologischer Stabilität ignorieren. Sie sind an der Börse meistens ungleich erfolgreicher als der Großteil der Investoren.

Zu einem „Hartgesottenen“ wird man nach Kostolany durch die vier G‘s:

  • Gedanken (Strategie),
  • Geld (Kapital zum Investieren),
  • Geduld (einen langen Atem) und
  • Glück.

Einen finanziellen Erfolg an den Börsen kann man nach Kostolanys Ansicht insbesondere als antizyklischer Investor erzielen. Mit dieser Theorie sind wieder die „Hartgesottenen“ gemeint, die sich von medialen und anderen unqualifizierten Meinungen nicht beirren lassen. In Zeiten wirtschaftlicher Krisen, in denen jene mit den „zittrigen Händen“ alles verkaufen, kaufen die Hartgesottenen fleißig dazu. Kostolany sieht vor allem den Einfluss der Medien als äußerst gefährlich und schädigend für den eigenen finanziellen Erfolg.

Auch im Bezug auf die zu bevorzugende Anlageklasse in die Anleger investieren sollte, spricht sich Kostolany, wie viele andere Finanz-Legenden, klar für Aktien aus. Warum? Aktien weisen generell, im Gegensatz zu Immobilien, Sachwerten, Devisen, Anleihen etc., eine langfristige Aufwärtsentwicklung auf. Klar gibt es auch bei Aktien immer einige schwarze Schafe, die insolvent gehen. In einem breit diversifizierten Portfolio ist dies aber komplett irrelevant, wenn man nur lang genug investiert bleibt. Kostolany empfiehlt unnachahmlich: „Wer sich eine Palette internationaler Standardwerte kauft, soll danach in die Apotheke gehen und sich Schlafmittel besorgen, um danach für ein paar Jahre schlafen zu gehen.“

Finanzbuch der Börsenlegende Andre Kostolany: Die Kunst über Geld nachzudenken.

Auch Kostolanys Ausführungen bzgl. des Zusammenhangs zwischen der Börse und der Wirtschaft finde ich äußerst interessant. Kostolany sagt, dass die Börse weder die momentane wirtschaftliche Situation noch die kommenden Wirtschaftstrends anzeigt. Er vergleicht das Zusammenspiel zwischen Börse und Wirtschaft stattdessen treffend mit einem spazierengehenden Herrchen (Wirtschaft) und seinem Hund (Börse). Beide kommen immer am gleichen Ziel an, doch während das Herrchen insgesamt einen km zurücklegt, hat der Hund durch sein vor- und zurücklaufen vier km hinter sich gebracht. Kostolanys Fazit: Temporär können Börse und Wirtschaft getrennte Wege gehen, langfristig bewegen sie sich dagegen in selbe Richtung. Gerade auf lange Sicht kann sich die Börse nicht von der Wirtschaft abkoppeln. Hier resümiert Kostolany klasse:

„Ist die Wirtschaft frei von Hemmnissen, sodass sie wachen kann, wird die Börse a la longue nach oben gehen. Das Resultat sind deutlich häufiger steigende als fallende Kurse, was die Chancen des Spekulanten auf ausgeprägte Gewinne enorm erhöht.“

(Angehende) Langfristige Investoren sollten sich solche Sätze sehr genau durchlesen und merken.

Fazit zu Andre Kostolanys letzten Werk

Dieses Buch ist überaus interessant, weise, informativ und unterhaltsam geschrieben. Es lehrt dem Leser viel über die Börsengeschichte, wichtige finanzielle und börsliche Mechanismen und beinhaltet zudem viele nette Finanz-Anekdoten.

Dieses Buch ist jedoch kein Standard-Börsen-Ratgeber. Es gibt keine konkreten und detaillierten Strategien, um erfolgreich zu investieren oder sich ein weiteres Einkommen aufzubauen. Vielmehr ist es ein Lebenswerk des Autors, der in diesem Buch seine wichtigsten börslichen Erfahrungen beschreibt und teilt.

Da sich die Geschichte in vielen Lebensteilen oftmals (sehr ähnlich) wiederholt, kann man davon ausgehen, dass dieses an der Börse ebenfalls der Fall sein wird. Denn viele Grundsätze, die der große Kostolany in diesem Buch preisgibt, sind absolut zeitlos. Daher ist dieses Buch aus meiner Sicht Gold wert.

Zusammenfassend kann ich dieses Buch absolut empfehlen.

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Written by Tommi