Buchreview: Einfach Investieren – Grundlagen des Value Investing

Einfach Investieren – Grundlagen des Value Investing

Einfach Investieren – Grundlagen des Value Investing

Über die berühmte Strategie des Value Investing habe ich in meinem letzten Blog-Beitrag berichtet. Heute möchte ich euch zum Thema Value Investing ein sehr zu empfehlendes Buch vorstellen: Einfach Investieren – Grundlagen des Value Investing.

In diesem Buch stellt der Autor, Till Schwalm, die Strategie des Value Investing sehr klar und spannend vor.

Anhand von vielen Beispielen und sehr gut zu verstehenden Erklärungen zur Anwendung der Value-Investing Methode, können interessierte Privatanleger die Value-Investing Technik hervorragend lernen. Außerdem gibt Till Schwalm sehr viel wertvolle Tipps und Anleitungen für den eigenen Vermögensaufbau.

Till Schwalm ist selbst erfolgreicher Finanzanalyst und Anhänger der durch Warren Buffett sowie Benjamin Graham entwickelten Value-Investing Strategie.

In diesem Blog-Beitrag möchte ich dir einige sehr interessante und hilfreiche Hinweise aus dem Buch, Einfach Investieren – Grundlagen des Value Investing zeigen.

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Struktur Einfach Investieren – Grundlagen des Value Investing

Das Buch ist in drei Hauptabschnitte unterteilt:

  1. Im ersten Abschnitt geht es um die Grundlagen des Investierens.
  2. Der zweite Abschnitt beschreibt das Vorgehen beim Investieren.
  3. Und der dritte Abschnitt behandelt die Analyse des Investierens.

 

1. Abschnitt: Grundlagen des Investierens:

Im ersten Abschnitt seines Buches, geht Till Schwalm auf einige grundlegende, aber dennoch sehr relevante Thematiken ein.

Unter anderem kritisiert Till Schwalm, dass das Fach „Investieren“ bzw. das Anlegen von Geld nicht bereits in der Schule gelehrt wird – wobei es eigentlich für jeden Bürger äußerst relevant ist. Zudem erklärt und definiert er verschiedene Begriffe: Wie beispielsweise die Börse, die Herkunft der Aktie sowie das wertorientierte Investieren.

Das wertorientierte Investieren beschreibt Till Schwalm als das Erwerben von Unternehmensanteilen mit einer Sicherheitsmarge zum tatsächlichen Wert des Unternehmens. Diesen tatsächlichen Wert ermittelt der Investor dabei via die Fundamentaldaten. Das wertorientierte Investieren kennzeichnet dich dabei vor allem durch einen langfristigen Anlagehorizont aus.

Des Weiteren geht Till Schwalm auf einige weitere extrem relevante Definitionen und Begrifflichkeiten ein, die jeder Investor vor einem Engagement an der Börse kennen sollte. So grenzt er das Investieren vom Spekulieren sowie das Eigen- vom Fremdkapital ab und erklärt was Aktien von Unternehmen unterscheidet.

Außerdem geht er auf die Verbindung zwischen Risiko und Volatilität ein. Denn am Finanzmarkt wird Risiko gleichgesetzt mit Kursschwankungen. Als wertorientierter, d.h. langfristiger Investor sollte man diese Kursschwankungen ohne Probleme aushalten können. Denn wenn man als Value-Investor seine Hausaufgaben ordentlich gemacht hat, sollten ein Kursschwankungen (die ohne wirklichen finanziellen bzw. wirtschaftlichen Grund auftreten) gänzlich kalt lassen.

Stattdessen sollte der Value-Investor starke Kurseinbrüche dafür nutzen, sein finanzielles Engagement zu vergrößern – vorausgesetzt die Fundamentaldaten etc. stimmen nach wie vor.

Interessant finde ich persönlich auch sein Plädoyer für die Aktie. Vielen Bürgern in Deutschland ist leider immer noch nicht bewusst, wie mächtig und rentabel Aktien i.d.R. langfristig sind.

Till Schwalm weist völlig richtig darauf hin, dass man als Aktien-Investor Unternehmen eigener Wahl unterstützen kann und zudem als Aktionär zugleich zum Miteigentümer eines Unternehmens wird.           

 

2. Anschnitt: Vorgehen beim Investieren:

Im ersten Teil von Abschnitt 2. geht Till Schwalm auf die Grundvoraussetzungen ein, die ein angehender Investor erfüllen sollte, bevor er sich an der Börse engagiert und anfängt zu investieren.

Dieser Punkt ist auch aus meiner Sicht extrem wichtig und wird von vielen Leuten unterschätzt oder gar komplett ignoriert.

Als Investor sollte man sich vor einem Engagement u.a. mit den folgenden Themen/Fragen gründlichst auseinandergesetzt haben:

  • Welche Anlagesumme bin ich bereit in die Hand zu nehmen?
  • Wie lang ist mein Anlagehorizont?
  • Wie hoch sollte mein „Eiserner Liquiditätspuffer“ sein?
  • Welchen Zeiteinsatz kann ich mir bei der Auswahl meiner Investments erlauben?

Auf all diese Punkte geht Till Schwalm sehr gut ein! Sehr lesenswert, weil äußerst relevant!

Besonders interessant ist in diesem Abschnitt auch das Kapitel zum Antizyklischen Investieren. Der Autor beschreibt richtig, wie hilfreich und zugleich rentabel ein antizyklisches Investieren sein kann.

Für das antizyklische Investieren bedient sich Till Schwalm dabei Werkzeugen wie dem sog. Shiller-KGV, der ewigen Durchschnittsrendite oder der Benjamin-Graham-Indikatoren. Alles sind Investment-Tools, um den Zeitpunkt für ein finanzielles Engagement präzisieren und bewerten zu können.

Auf jeden Fall lesenswert sind in diesem Abschnitt ebenfalls die Ausführungen zum Thema Anlagequote. Hier differenziert der Autor primär zwischen einer fixen und variablen Anlagequote, gibt Tipps zur Bestimmung der eigenen Anlagequote und beschreibt die Cost-Average-Methode.

Gut geschrieben ist aus meiner Sicht auch das Kapitel zum Thema „Diversifikation“. Till Schwalm schreibt hier sehr richtig, dass wenn man als Investor wenig Ahnung hat, man sehr breit streuen bzw. diversifizieren sollte. Viele Investoren überschätzen sich (maßlos) – dies kann teuer werden.

Auf diesen Punkt geht Robert Kiyosaki in seinen Büchern ebenfalls oft ein. Als Investor mit entsprechenden Know-How und den nötigen Informationen sind zentrierte Investments natürlich deutlich rentabler als ein breit diversifiziertes Portfolio, wie beispielsweise durch ETFs.

Zu guter Letzt finde ich in diesem Abschnitt das Kapitel zum Thema „Wann sollte man verkaufen“ hervorragend. Till Schwalm macht darauf aufmerksam, dass man als Value-Investor seine Unternehmen nicht nur zum Zeitpunkt des Kaufs bewerten sollte. Stattdessen müssen Unternehmen regelmäßig und vor allem vor einem etwaigen Verkauf bewertet werden. Hier arbeitet er regelmäßig mit den drei Kennzahlen KBV, KGV und der Dividendenrendite.

Viele „Investoren“ in meinem Umfeld kaufen und verkaufen aus reinem Bauchgefühl heraus. Das dies langfristig nicht gut gehen kann ist klar, denn das ist wie Lotto spielen – ein totales Zufallsgeschäft. Zudem sind wir Menschen emotional einfach zu anfällig. Und Emotionen sind an der Börse meist sehr teuer für die eigene Geldbörse.

 

3. Abschnitt: Analyse zum Investieren

Abschnitt 3. ist der Praxis-Teil dieses Buches. Hier geht Till Schwalm auf die relevantesten Kriterien im Rahmen der Unternehmensbewertung ein. Dies unterteilt er in drei Schritte:

  1. Schritt: Das Verkleinern des Anlageuniversums
  2. Schritt: Die Analyse der Buchführung
  3. Schritt: Die Analyse des Geschäftsmodells

Im ersten Schritt schließt er beispielsweise Banken für sich aus, weil diese zu kompliziert für ihn sind. Ebenso fallen für ihn chinesische Unternehmen raus, da ihm hier kulturell/rechtliche Kompetenzen fehlen.

Außerdem sortiert er z.B. Unternehmen aus, deren Umsatz nicht größer als 1/6 der Marktkapitalisierung ist. Ferner fliegen Unternehmen raus, die keine (im Optimalfall über mindestens zehn Jahre) positiv verlaufende Gewinnentwicklung aufweisen. Auch die Verschuldungsquote gilt als direktes Ausmusterungs-Kriterium.

Im zweiten Schritt schaut er sich sehr genau die Bilanz, GuV, etc. an. Wenn die Qualität hier nicht stimmt, fallen Titel ebenfalls raus. Hier achtet er auf Unternehmen, die konservativ bilanzieren, schaut sich die Inventarveränderungen an und bewertet Aktienoptionen bzw. -Rückkäufe. Zudem schaut er sich Rentabilitäts-, Sicherheits-, und Qualitäts-Kennzahlen an.

Im dritten Schritt analysiert Till Schwalm das Geschäftsmodell eines Unternehmens. Er bevorzugt – genau wie ich es tue – Unternehmen mit „langweiligen“ Geschäftsmodellen. Beispielsweise Unternehmen, die Produkte für den alltäglichen Bedarf, wie Zahnpaste, Klopapier etc., erzeugen.

Das schöne bei diesen Unternehmen/Geschäftsmodellen ist, dass das Geschäftsmodell in der Regel viele Jahre oder Jahrzehnte lang existieren wird und bei vernünftiger Führung sowie Entwicklung, die Gewinne konstant steigen werden – und wie von mir in diversen Blog-Beiträgen beschrieben, folgt der Aktienkurs den Gewinnen langfristig stets!

 Diese Prinzipien ähneln sehr denen von Peter Lynch (siehe meine Buchreviews zu „One Up On Wallstreet“ und „Beating The Street“). Ich bin ein großer Fan von dieser Art des Investierens!

 

Fazit zu „Einfach Investieren – Grundlagen des Value Investing“

Aus meiner Sicht ein top Buch! Sehr gut geschrieben, vorbildlich strukturiert und inhaltlich mit sehr, sehr viel Mehrwert, um an der Börse erfolgreich zu sein.

Dies ist kein Buch für Leute, die sich nicht um ihre Investments kümmern wollen bzw. keine Lust und Zeit haben. Sondern vielmehr ein Werk für Investoren, die Spaß am Investieren haben und Menschen, die ihren Vermögensaufbau nicht dem Zufall überlassen wollen.

Im Nachwort dieses Buches schreibt Till Schwalm schön:

Einige unschöne Erfahrungen haben mich gelehrt, dass es besser ist, in sichere und solide Unternehmen zu investieren und sich selbst mit seinem Vermögensaufbau zu beschäftigen.

Dieser Satz spiegelt das Kredo dieses Buches sehr schön wider. Gutes Geld kann man an der Börse durch Fleiß, Geschick und die Auswahl von soliden Unternehmen machen. „Trendige“ und überbewertete Unternehmen sind meist keine gute Wahl sowie völlig unnötig.

Zudem sollten wir uns alle gründlichst und regelmäßig mit unseren Finanzen beschäftigen – leider tun dies die wenigsten. Dieses Buch schafft im Bezug auf beide Punkte Abhilfe!

Kurz: Dicke Lese-Empfehlung für dieses Buch!

 

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Written by Tommi