Finanzkrise & Corona-Virus – und jetzt?

Seit nun fast drei Wochen ist der Corona-Virus das Thema in den Medien und Nachrichten. Auch die Finanzmärkte und Börsen rund um die Welt sind mittlerweile Corona-Virus positiv. Alle großen und relevanten Indices wie der DAX, der S&P 500 oder der SSE Composite Index zeigen Symptome dieses „gefährlichen“ Virus und schwächeln stark – wir haben tatsächlich eine kleine Finanzkrise.

Allein der DAX ist von einem extrem starken Wert um die 13.780 Punkte auf nun mehr 11.540 Punkte abgestiegen. Das sind ca. 16% Abschwung! Und das wiederum können wir auf jeden Fall schon einmal als eine kleine Finanzkrise bezeichnen.

Im Oktober 2019 verfasste ich auf meinem Blog noch einen Beitrag zum Thema Finanzkrise. Es ging in diesem Artikel um die Wahrscheinlichkeit und den Zeitpunkt einer nächsten Finanzkrise. Denn uns Investoren bietet solch eine Krise hervorragende Möglichkeiten zum Investieren, da man zum Teil hervorragende Titel günstig nachkaufen kann.

Das der Corona-Virus solch eine Wirkung auf die Börsen ausübt, kam für mich ehrlich gesagt sehr überraschend. Doch tatsächlich hat dieser „gefährliche“ Virus inzwischen deutliche Spuren in vielen Ländern und ihren Wirtschaften hinterlassen. Auch die Weltwirtschaft insgesamt leidet durch die momentan immer größer werdenden Einschränkungen durch diesen Virus. Konzerte und ähnliche große Veranstaltungen werden abgesagt, Fußballspiele finden ohne Zuschauer statt und manche Firmen stellen ihren Betrieb in Gänze ein.

Die für mich interessantesten Frage lauten momentan: Wie lange wird der Corona-Virus anhalten? Wird er sich geographisch betrachtet noch weiterverbreiten? Wie stark sind Folgewirkungen? Kann der Virus die Weltwirtschaft etwa in eine langfristige finanzielle Krise ziehen?

Diese Fragen sind für mich zentral und fundamental zu gleich. Denn sollte der Virus sich weiterverbreiten und immer mehr Menschen infizieren, wird die Wirtschaft aus meiner Sicht noch stärker und vor allem länger leiden. Demnach würden die Kurse noch stärker sinken. Für uns Investoren würde dies bedeuten, noch etwas zu warten, um noch günstiger einkaufen zu können.

Natürlich bietet jede Krise auch wie eben erwähnt Chancen. Gerade für Investoren die in Situationen wie jetzt aktiv nach rationalen Investitions-Möglichkeiten suchen, eröffnen sich sehr interessante finanzielle Optionen.

Viele Titel waren in den vergangenen Jahren extrem überbewertet und eigentlich viel zu teuer. Die Korrektur an den Börsen, welche durch den Corona-Virus herbeigeführt wurde, hat tolle Investitions- und Einstiegsmöglichkeiten geschaffen.

Beispielsweise sind die Amazon- sowie die SAP-Aktie jeweils um ca. 17% gesunken, Microsoft ist um fast 19% gesunken und Nike ist um ca. 20% gesunken – zusammengefasst: Wir können danke dem Corona-Virus jetzt schon deutlich billiger einkaufen als vor drei Wochen.

Ich habe auf jeden Fall schon ordentlich was investiert. Halte jedoch noch einige finanzielle Reserven, um bei weiteren Senkflügen der Kurse nochmals nachkaufen zu können.

Panicking

Ein weiterer Punkt, der mit im Rahmen dieser (bisher noch sehr kleinen) Finanzkrise wieder aufgefallen ist, ist die finanzielle Unwissenheit von vielen Mitmenschen.

Die meisten, mit denen ich über die momentane Krise und damit zusammenhängende Investments gesprochen habe, waren panisch, hatten Angst vorm Investieren und wollten in der Regel ihr Depot leer verkaufen.

Für mich ist es jedes Mal erschreckend zu sehen, wie unwissend der größte Teil der Menschen ist, die an der Börse ihr Geld versuchen anzulegen bzw. es kategorisch ausschließen.

Genau so erschreckend ist es, zu sehen, dass die meisten diese Krise nicht als wunderbare Option für einen lukrativen Einstieg an der Börse erkennen.

Viele deutsche Staatsbürger sind leider schlicht und ergreifend finanziell ungebildet.

Meine Empfehlung: Redet mit Leuten, die nachweislich einen ausgezeichneten Track-Rekord an der Börse über mehrere Jahre oder idealerweise Jahrzehnte vorweisen können und lest, lest, lest!

Es gibt extrem gute Bücher zum Thema Finanzkrisen, deren Handling und der dahinter verborgenen Psychologie.

Hier zwei Empfehlungen:

One Up on Wall Street – von Peter Lynch (Amazon-Link):

 

Die intelligente Asset Allocation – von W. J. Bernstein (Amazon-Link):

 

Mit nur sehr wenig zeitlichen Aufwand und geringen geistigen Anstrengungen lässt sich in der Regel ein einigermaßen vernünftiges finanzielles Verständnis entwickeln.

Zu beiden oben erwähnten Büchern habe ich auf meinem Blog bereits Buch-Rezensionen verfasst. Beide Bücher sind inhaltlich exzellent und rechtfertigen ihre sehr geringen Anschaffungsgebühren unendlich-fach.

Ich kann aus meiner Erfahrung sagen, dass wenn ich mir nicht das ganz Wissen über die Börse und all die damit zusammenhängenden Faktoren angeeignet hätte, würde ich nun ebenfalls panisch, irrational und unrentabel agieren.

Daher mein Appell an euch: Bildet euch finanziell weiter. Ein finanziell armes oder durchschnittliches Leben finde ich nicht erstrebenswert oder notwendig. Jeder kann seine persönliche finanzielle Lage stark beeinflussen – ob ins Positive oder ins Negative.

Leveraged Investing

In den letzten Tagen musste ich in Anbetracht des sich immer weiter ausbreitenden Virus und dem damit an der Börse einhergehenden Geschehens oft über das Thema Leveraged Investing nachdenken.

Per Definition ist Leveraged Investing eine simple Methode aus dem Finanzbereich. Leveraged Investing ist das Tätigen eines Investments mit fremden bzw. geliehenen Geld.

Die Kunst beim Leveraged Investing ist es, mit dem Investment eine höhere Rendite zu erzielen als die Zinsen, die man an dem Gläubiger für die Kredit-Inanspruchnahme zahlen muss.

Ich verfüge zwar über finanzielle Reserven fürs Investieren, würde von einem etwaigen Aufschwung der Kurse jedoch gern noch größeres Kapital besitzen.

Die Logik ist ähnlich, wie die von einer Person, die ein älteres Haus kauft, renoviert und gleich danach wieder gewinnbringend verkauft. Oft werden diese Vorhaben ebenfalls durch Fremdkapital unterstützt, um den eigenen finanziellen Spielraum zu erweitern.

Gerade in der heutigen Zeit sind Kredite zu extrem günstigen Konditionen zu haben. Ich habe bei einigen großen und renommierten Plattformen in den letzten Tagen ein wenig recherchiert. Ein Kredit bekomme ich zu einem Zinssatz zwischen 1,5 und 3%. Das ist für mich momentan eine durchaus interessante Option, zu der ich mir viel Gedanken mache.

Als kleiner Hinweis: Der Zinssatz bei etablierten und vertrauenswürdigen Anbietern ist abhängig von verschiedenen Parametern. Zum Beispiel:

  • Deinem Gehalt als Arbeitnehmer
  • Gehalt aus anderen Einnahmequellen
  • Deiner Solvenz bzw. Verschuldung
  • Familien-Status, d.h. Kinder, Ehefrau etc.
  • v.m

Je kleiner das Risiko eines Kredit-Ausfalls für den Gläubiger, desto niedriger ist der Zinssatz, der dir angeboten wird.

Ich bin weder verschuldet, habe sicher Einkommens-Ströme und besitze über genügend hoch liquides Kapital.

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Mein Plan wäre eine Kreditsumme, die nur so hoch ist, sodass ich sie im Ernstfall jederzeit durch den Verkauf von anderen hoch liquiden Investitionen von mir bedienen könnte. Ein Beispiel wäre der Verkauf von REITs, Aktien oder ETFs die ich halte. Beispielsweise könnte man eine Kreditsumme wählen, die nur 1/5 oder 2/5 von dem momentanen eigenen Portfoliowert ausmacht.

Für den Fall, dass man arbeitslos wird, man große sowie teure andere Anschaffung tätigen muss oder die Kurse an der Börse ebenfalls stark fallen, könnte man einen Teil des eignen Portfolios veräußern. Das Kredit könnte man dann allein so einfach bedienen.

Im Normalfall sollten die Kurse an der Börse jedoch irgendwann wieder steigen. Ob das Tage, Wochen, Monate oder Jahre dauert, vermag ich natürlich nicht zu sagen. Grundsätzlich sollte ich, wenn man von einer normalen Entwicklung der Finanzmärkte ausgeht, aber mit einer positiven Rendite aus der Nummer rauskommen (vorausgesetzt, ich nehme einen Kredit mit solch günstigen Konditionen wahr). Denn wann sich die Kurse wieder langfristig erholen, ist mir prinzipiell egal. Von mir aus kann es auch ein paar Jahre dauern. Das Investment würde sich dann ebenfalls auszahlen – dies ist wieder der Vorteil, einer langfristigen Investment-Strategie :-D.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass ein solcher, wie oben beschriebenes Leveraged Investment, keine Gefahr darstellen wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde ich aus diesem Investment eine zusätzliche sowie attraktive Rendite generieren können.

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Fazit zur Finanzkrise, Leveraged Investing und Panicking

Es bleibt spannend! Wir werden sehen, wie sich die Situation an der Börse entwickeln wird. Ich betrachte die aktuelle Situation auf keinen Fall als eine Bedrohung, sondern viel mehr als eine seltene und großartige Chance.

Fakt ist, es gibt bereits jetzt viele tolle und günstige „Schnäppchen“, die ich mir auf keinen Fall entgehen lassen werde.

Das Panicking von vielen Menschen angesichts der nun herrschenden noch kleinen Finanzkrise zeigt wieder einmal, wie schlecht der große Anteil der Menschen unter finanziellen Gesichtspunkten gebildet sind. Dabei reichen ein paar sehr gute Finanz-Schmöker und ein wenig Gehirnschmalz für eine mehr als ordentliche finanzielle Grundlage.

Zum Thema Leveraged Investing: Ich werde mal ein kleines und ungefährliches Experiment starten. Eventuell werde ich dies auf meinem Blog dokumentieren, um euch ebenfalls zu zeigen, ob sich das Risiko gelohnt hat.

Written by Tommi