Korrelation zwischen Anlageformen

Warum ist es so wichtig, ein Portfolio bestehend aus verschiedenen Anlageformen (Assetklassen) zu haben?

Und warum sollten die Anlageformen in meinem Portfolio möglichst negativ miteinander korrelieren?

Um diese Frage zu beantworten, schauen wir uns als erstes eine einfache Erklärung des Terminus “Korrelation” im Bezug auf Assetklassen an:

Korrelation stellt eine wechselseitige Beziehung zwischen zwei Assetklassen dar. Beispielsweise zwischen Aktien und Anleihen. Dabei zeigt der Korrelationsgrad die Wahrscheinlichkeit für eine der folgenden drei Kurs-Entwicklungen auf:

  • identisch verlaufend,
  • voneinander unabhängig oder
  • gegenläufig.

Der Korrelationsgrad wird stets anhand einer Zahl zwischen -1 und 1 ausgedrückt. Wobei folgende Regeln gelten:

  • >0 bis 1 die Kurse verlaufen identisch
  • 0 voneinander unabhängige Kursentwicklungen
  • 1 bis <0 die Kurse verlaufen gegenläufig.

Wo und wie kann man sich über die Korrelation von Assetklassen informieren?

Dafür gibt es sogenannte Korrelations-Matrix. Diese zeigen auf eine sehr gut nachvollziehbare Weise die Korrelations-Beziehungen zwischen verschiedenen Assetklassen auf. Verschiedene Institutionen, wie z.B. Banken, Finanzberatungen etc. erstellen und publizieren Korrelationsmatrizen.

Im nachfolgenden habe ich eine Korrelationsmatrix aus dem Buch „Die intelligente Asset-Allocation“ von William J. Bernstein” (Amazon-Link) als Beispiel eingefügt. Diese Korrelationsmatrix zeigt die jährlichen Renditen von 1973 bis 1998. Einige Korrelationskoeffizienten haben sich seitdem sicherlich ein wenig verändert haben. Jedoch denke/weiß ich, dass die meisten in dieser Matrix abgebildeten Koeffizienten heute nicht viel anders aussehen. Wer hier größeres Interesse hat, findet im Netz viele weitere sowie aktueller Korrelationsmatrizen.

Ich habe diese Matrix jedoch mit Absicht ausgewählt, da sie einige Assetklassen enthält, die in anderen Korrelationsmatrizen oftmals nicht aufgeführt werden, jedoch aus meiner Sicht recht interessant sind (z.B. REITs, Gold/Rohstoffe). Des Weiteren hat diese Korrelationsmatrix offensichtliche inhaltlich einen Schwerpunkt auf amerikanischen Assetklassen, was aus Sicht eines Anlegers möglicherweise durchaus spannend ist, da dieser Markt historisch gesehen, gerade über längere Zeiträume, sehr zuverlässig, solide Renditen generiert hat.

Das „Warum“ der Anfangsfrage kann man nun mit einem Beispiel aus der oben abgebildeten Matrix einfach erklären:

Wenn man wir uns den Korrelationskoeffizienten zwischen (S&P/T-Bill) ansieht, kann man sehen, dass dieser im Betrachtungszeitraum eine negative Korrelation von -0,09 aufweist (zur Erklärung: S&P = bekanntester Amerikanischer Aktienindex der 500 größten US-Unternehmen; T-Bills = 30-tägige US-Staatsanleihen). Es wäre in diesem Zeitraum demnach keine schlechte Idee gewesen, ein hypothetisches Portfolio bestehend aus S&P-Aktien sowie T-Bill-Anleihen zu besitzen, da der Kursrückgang eines Assets, den Kursanstieg des anderen bedeutet hätte. Somit wären Verluste des einen Assets durch den Kursanstieg des anderen partiell ausgeglichen worden.

In einem nach aktuellen wissenschaftlichen Kenntnissen breit-diversifizierten Portfolio sollten daher möglichst viele negative Korrelationen zwischen den einzelnen Assetklassen existieren. Allgemein kann man sagen, dass je negativer die Korrelation zwischen den einzelnen Assetklassen eines Portfolios, desto stärker lässt sich a.) das Gesamt-Risiko reduzieren und b.) die Rendite beibehalten bzw. sogar steigern. Die Kursschwankungen (Volatilität) eines Portfolios können dadurch immens gesenkt werden. Gerade für Anleger mit einem nicht all zu langen Anlagehorizont bzw. mit einer größeren Risikoaversion, bietet sich solch ein Portfolio an.

Hinweis:

Das Buch von W. J. Bernstein kann ich übrigens aller-wärmsten empfehlen. Unterhaltsam, informativ sowie sachlich geschrieben. Von einem sehr klugen Kopf. In der kommenden Woche werde ich über dieses Buch eine Rezension auf diesem Blog veröffentlichen. Es ist eins der besten Finanzbücher, das ich je gelesen habe. Insbesondere die praktischen Tipps für die Gestaltung eines rentablen Finanz-Portfolios, die W. J. Bernstein gibt, sind das Geld für das Buch x-fach wert!

Amazon Link:

Written by Tommi