Meine Anlagestrategie

Heute möchte ich dir ein wenig über meine private Anlagestrategie erzählen.

Ich spare/investiere jeden Monat 80% meines monatlichen Nettoeinkommens aus meinem normalen Angestelltenverhältnis.

Mit welchen Anlage-Strategien ich mein Geld investiere, möchte ich in diesem Beitrag zeigen.test

Wie ich mein Geld investiere:

Grundsätzlich verfolge ich momentan Strategien, die so wenig Zeitaufwand wie nur irgendwie möglich für mich bedeuten.

Mein Fokus liegt stattdessen momentan, und wahrscheinlich in den kommenden 2-5 Jahren darauf, weitere Einkommen zu generieren und meine bestehenden Einkommen zu maximieren. Dies hat für mich momentan oberste Priorität und nimmt den größten Teil meines Fokus in Anspruch.

Für ein wirklich aktives und tägliches Handeln an der Börse fehlt mir momentan schlichtweg die Zeit. Ferner weiß ich auch nicht sicher, ob ich darauf überhaupt Bock habe.

Zudem ist längst nicht gesagt, dass ich durch einen aktiveren Ansatz eine deutlich höhere Rendite generieren würde, die den daraus resultierenden zusätzlichen Aufwand zumindest entschädigen würde.

Meine Anlagestrategie sind, zu mindestens momentan, absolut langfristig angelegt. Was bedeutet hier langfristig? Ich würde diese Frage folgendermaßen beantworten: Ich kaufe alle meine Titel, um sie praktisch sowie im Idealfall mein Leben lang zu halten. Nur unter besonderen Umständen verkaufe ich.

Mein genereller Gedanke beim Investieren ist vor allem durch die folgende interessante Fragestellung geprägt: Hast du dich schon mal gefragt, warum du auf deine normale Arbeitstätigkeit als Arbeitnehmer oder auch als Arbeitgeber, die ganze Woche ackern musst und dann auch noch die fast die Hälfte deines Einkommens an den Fiskus abdrücken musst? Vergleiche diesen Einkommensteuersatz mal mit dem Kapitalertrag-Steuersatz!

Fakt ist, dass du, zu mindestens momentan, lediglich 25% deines Einkommens aus Kapitalerträgen (d.h. Gewinne aus Aktien etc.) versteuern musst. Zusätzlich bekommst du noch, einen zwar kleinen, aber feinen jährlichen Freibetrag von 801€ jährlich geschenkt. Für dieses Einkommen musst du, zumindest bei einer passiven Anlagestrategie, so gut wie nichts tun, außer diszipliniert und stringent in deinem Investorenverhalten zu sein. Dieses Stillhalten fällt erfahrungsgemäß jedoch vielen Leuten extrem schwierig. Dabei ist es wissenschaftlich x-fach bewiesen, dass insbesondere Portfolios mit einem hohen Grad an Inaktivität oftmals überdurchschnittlich rentabel abschneiden.

Die Finger stillzuhalten zahlt sich somit also doppelt aus. Einerseits braucht man nicht von Montag bis Freitag zu schuften und andererseits wird dein Einkommen aus Kapitalerträgen deutlich niedriger besteuert.

Wenn man sich diese Tatsachen mal vor Augen führt, sollte aus meiner Sicht jeder darüber nachdenken, so viel Geld wie nur individuell möglich in rentable Assetklassen zu investieren.

Bei langfristigen und rentablen Anlageformen gilt dann faktisch tatsächlich: Arbeite nicht für dein Geld, sondern lass das Geld für dich arbeiten! Und das zu einem relativ niedrigen Steuersatz!

Legen wir mit meinen Investment-Strategien los.

Meine Portfolien:

 

1. Portfolio: Meine persönliche Rentenvorsorge

Ziel dieses Portfolios:

Mit diesem Portfolio lege ich im Idealfall ein solides Fundament für meine private Altersvorsorge.

Die Gedanken hinter diesem Portfolio:

Im Rahmen dieser Strategie geht es mir nicht darum kurzfristig hohe Kursgewinne oder ein zusätzliches Einkommen durch Dividenden/Ausschüttungen zu generieren. Denn meine Rente steht nach normalen Standards wohl erst in einigen Jahrzehnten an. Ob ich es schaffe, (deutlich) früher in Rente gehen zu können, wird sich zeigen. Daher spielt im Rahmen dieser Strategie eher die langfristige Performance und der Zinseszins eine wichtige Rolle.

In dieses Portfolio fließen jeden Monat 40% meiner gesamten monatlichen Investitionssumme für Finanzanlagen.

Dieses Portfolio besteht aus verschiedenen Anlageklassen, die sich über die letzten Jahrzehnte hinweg im Verbund als recht rentabel herausgestellt haben.

Mittels der Auswahl dieser verschiedenen Anlageklassen soll einerseits eine möglichst breite Diversifikation über Branchen, Länder und Anlageklassen erzielt werden. Andererseits sollt durch diese Konstruktion eine maximal negative Korrelation zwischen den einzelnen Anlageklassen erzielt werden.Die negative Korrelation sorgt dafür, dass wenn einzelne Assetklassen schwächeln, anderer Assetklassen diese Verluste durch eine bessere Performance wettmachen.

Die Bestandteile dieses Portfolios:

  • Aktien
  • Anleihen
  • REITs
  • ETFs
  • P2P
  • Rohstoffe

Warum ausgerechnet diese Strategie:

Diese Strategie ist mit extrem wenig Zeitaufwand verbunden. Einmal eingerichtet, Re-Balance ich das Portfolio lediglich zweimal im Jahr zu festgelegten Terminen, und zwar halbjährlich. Im Rahmen dieses Re-Balancing kaufe bzw. verkaufe ich in einer Weise, dass das anfängliche wertmäßige Gleichgewicht der Assetklassen in meinem Portfolio wieder hergestellt wird. Mehr Veränderungen gibt es in der Regel nicht. Man kann sagen, ich bin fast komplett inaktiv.

Aus wissenschaftlicher Perspektive waren solche breit aufgestellten Portfolios mit einem regelmäßigen Re-Balancing in den letzten Jahrzehnten ziemlich rentabel und schlugen die meisten aktiven Fonds und viele andere Anlagestrategien deutlich. Eine Rendite zwischen 6-8% ist mein langfristiger Zielwert.

Dieses Konstrukt habe ich sehr ähnlich in diversen Finanzbüchern finden können und es erscheint mir als Anlagebasis absolut sinnvoll.

Am besten wird diese Strategie meiner Ansicht nach in dem Buch von William J. Bernstein, Die intelligente Asset Allocation, beschrieben. Zu diesem Buch habe ich auf meinem Blog eine sehr ausführliche Buchrezension geschrieben, die du dir unbedingt mal anschauen solltest. Dieses Buch ist eins meiner Top 3 Finanzbücher!

Aber auch in anderen Finanzbücher wie dem von Tony Robbins, Money die 7 einfachen Schritte zur finanziellen Freiheit oder das ebenfalls tolle Buch von Gottfried Heller, Die Revolution der Geldanlage, beschreiben sehr ähnliche Portfolio-Konzepte.

 

2. Portfolio: Mein zusätzliches Einkommen:

Ziel dieses Portfolios:

Das Ziel dieses Portfolios ist es, ein zusätzliches Einkommen aus Dividenden/Ausschüttungen zu generieren. Dabei trudeln diese Zahlungen im Idealfall möglichst hoch und regelmäßig auf mein Konto ein.

40% meiner monatlichen Investitionssumme gehen in diese Strategie.

Bis 2025 möchte ich mit dieser Strategie monatliche Ausschüttungen aus Dividenden von 3.000€ netto generieren.

Die Gedanken hinter diesem Portfolio:

Dieses Portfolio soll mein momentanes Einkommen aus meinem Angestelltenverhältnis und meine anderen Einkommensquellen ergänzen und mein finales Einkommen langfristig deutlich erhöhen.

Dies ist ein Einkommen, was fast passiv ist, da ich sehr wenig Arbeit in die Auswahl der Finanztitel stecke und das Investieren absolut problemlos verläuft.

Die Bestandteile dieses Portfolios:

  • Aktien
  • REITs
  • ETFs

Warum ausgerechnet diese Strategie:

Überzeugt, eine Dividenden-Strategie zu fahren, hat mich insbesondere das aus meiner Sicht hervorragend Buch, von Röhl und Heussinger, Cool bleiben und Dividenden kassieren. Auf meinem Blog habe ich zu diesem Buch eine Rezension geschrieben, die für dich äußerst interessant sein könnte. Auf Basis dieser Strategie investiere ich in Dividenden-starke Aktien.

Mit REITs beschäftige ich mich seit einiger Zeit sehr intensiv. Mir gefällt diese Art in Immobilien und Grundstücke zu investieren immer mehr. In den Staaten und einigen wenigen anderen Ländern, nutzen große Teile der Bevölkerung REITs seit Jahrzehnten, um sich ein zusätzliches Einkommen aufzubauen. REITs überzeugen oftmals durch sehr hohe, und im Vergleich zu vielen Dividenden zahlenden Aktien, mit sehr regelmäßigen Dividenden. Hinzu kommt, dass ich zu mindestens momentan nicht vorhabe, für mich selbst oder als Investitionsobjekt eine Immobilie zu kaufen. Wenn du gern mehr über REITs wissen möchtest, dann schau dir gern diesen Beitrag an. Auch über die Auswahl und Bewertung von REITs habe ich einen Beitrag verfasst.

Als letztes investiere ich innerhalb dieser Strategie noch in einige ETFs, die auf Dividenden-Zahler spezialisiert sind. Mit den ETFs kann ich dieses Portfolio ohne großen Aufwand sehr einfach, sehr breit diversifizieren.

 

3. Portfolio: Schlechte Value-Unternehmen

Ziel dieses Portfolios:

Ziel ist, kleine Value-Aktien zu identifizieren, die vom Markt/Anlegern als „schlecht“ oder „unrentabel“ kategorisiert werden, um deren Kursentwicklungs-Potential nach oben zu nutzen.

In dieses Portfolio investiere ich die restlichen 20% meiner monatlichen Investitionssumme

Die Gedanken hinter diesem Portfolio:

Wie der Name dieses Portfolios schon suggeriert, investiere ich hier in kleine Value-Aktien, und zwar in „schlechte“. Ob ein Unternehmen „schlecht“ genug ist, wird anhand der Höhe des KBV, d.h. das Kurs-Buchwert-Verhältnis, ermittelt.

Ich bin mir dessen bewusst, dass es komplett sinnfrei klingt, ein Unternehmen lediglich basierend auf dem KBV auszuwählen. Ich handle hier ausschließlich basierend auf Studienergebnissen und diese besagen: Das jene (kleine) Value-Unternehmen, mit dem niedrigsten KBV, am erfolgreichsten abgeschnitten haben. Und das nicht über ein oder zwei Jahre, sondern über Jahrzehnte.

Erst im zweiten Schritt siebe ich ein wenig nach Geschäftsmodellen und Branchen aus. Branchen und Geschäftsmodelle, die mir nicht lebensfähig erscheinen, fliegen aus dem Kandidaten-Pool. 

Ein Versuch ist diese Strategie auf jeden Fall wert. Und das Geld, wenn es denn verloren geht, würde nicht zu meiner Obdachlosigkeit führen.

Nüchtern betrachtet, können diese schlechten Unternehmen natürlich noch schlechter performen und der Kurs würde demnach noch stärker abstürzen. Das interessante ist aber, dass die Kurse eben dieser Unternehmen oftmals nicht mehr signifikant einbrechen, da der Markt diese Unternehmen bereits maximal massiv abgestraft hat. Eine noch schlechtere Performance dieser Unternehmen überrascht somit niemanden mehr wirklich.

Die größten Kursgewinne treten jedoch auf, wenn ein Unternehmen wesentlich höhere Gewinne generiert, als von den Analysten erwartet. Und genau hier sehe ich meine Chance. Bei einer der seltenen Kurs-Kehrtwende nach oben, werden oftmals gigantische Gewinnpotentiale generiert.

Hinzu kommt, dass solche „schlechten“ Unternehmen billiger zu erwerben sind, als die „guten“ und „hippen“ Unternehmen.

Dieser Investment Ansatz ist mit Sicherheit recht unkonventionell sowie unorthodox. Es wird höchst wahrscheinlich nicht allzu viele Investoren geben, die ihr Geld so anlegen und diese Strategie langfristig durchhalten können.

Wie gesagt, die diesem Portfolio zugrundeliegende Investment-Idee habe ich aus verschiedenen wissenschaftlichen Studien und Finanzbüchern. Sie ist somit vielleicht nicht völlig hoffnungslos. – „No Risk, No Fun! –

Klar, ist es alles andere als leicht, die richtigen Kandidaten zu identifizieren, aber wie hat Peter Lynch in seinem Buch schon geschrieben: In einem Depot bestehend aus zehn Titeln, reichen ein bis zwei High-Performer, um eine ansehnliche Rendite zu erwirtschaften. Demnach reichen in einem Depot aus 30-40 Titel 3-4. Diese Rechnung kannst du selbst fortführen.

Die Bestandteile dieses Portfolios:

  • Value-Aktien

Warum ausgerechnet diese Strategie:

Ich war noch nie der Typ, der Gruppenzwang mochte und sich allen gesellschaftlich geltenden Normen und Prinzipien komplett untergeordnet hat. Nur mit der Herde mit zu laufen, bringt mir einfach kein Spaß. Aus meiner Erfahrung heraus, wird Individualität gepaart mit Intellekt und Disziplin früher oder später belohnt. Hoffen wir mal, dass dies der Aktienmarkt ähnlich sieht.

Written by Tommi