The Little Book of Common Sense Investing – John C. Bogle

John C. Bogle, auch bekannt als Jack Bogle war ein amerikanischer Investor, Unternehmer und Finanz-Autor (er verstarb am 16. Januar 2019). Bogle war eine hochdekorierte Persönlichkeit. So wurde er u.a. in die American Academy if Arts and Science und in die American Philosophical Society aufgenommen. Des Weiteren wurde Bogle von zahlreichen Universitäten die Ehrendoktorwürde verliehen.

Zudem war Bogle der Gründer sowie Leiter der berühmten und äußerst erfolgreichen Vanguard Group. Die Vanguard Group ist bis zum heutigen Tage ein Finanzdienstleister, der über drei Billionen US-Dollar an Kundengeldern verwaltet. Damit ist Vanguard momentan der größte Anleihefonds und nach BlackRock der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt.

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Um es kurz zu machen, Bogle hat die amerikanische Investment Landschaft massiv mitgestaltet. Andere Investoren-Legenden wie beispielsweise Warren Buffet oder, Peter Lynch oder George Soros lobten ihn stets in den aller höchsten Tönen. Er ist einer der wenigen berühmten Autoren über den ich keine wirkliche Kritik recherchieren konnte. Ganz im Gegenteil, Bogle schien von seinem Investment-Ansatz primär stets die Interessen seiner Kunden zu verfolgen, sein Handeln war nie durch Habgier oder Geld-Geilheit geprägt. Diese Eigenschaften und sein unglaublicher finanzieller Erfolg machen Bogle zu einer „Finanz-Persönlichkeit“, die auf meinem Blog nicht fehlen darf. Daher freue ich mich, euch heute einen Beitrag zu seinem Buch, The Little Book of Common Sense Investing, vorstellen zu dürfen.

Das Buch von Bogle ist ein Plädoyer für ein strategisches, bedeutet langfristig orientiertes Investieren via passiver Investmentvehikel, wie beispielsweise Indexfonds.

Bogle formuliert die aus seiner Sicht erfolgsversprechende Strategie wie folgt: „The winning strategy for investing in stocks is to own all oft he nation’s publicly held businesses at very low cost.“

Bogle schreibt ebenfalls, dass es komplett unsinnig ist, hin und her zu traden. Stattdessen verursacht dieses Handeln nur unnötige Kosten und schmälert die eigene Rendite signifikant.

Bezüglich eines langfristigen Börsen-Engagements ist aus meiner Sicht insbesondere folgende von Bogle beschriebene Tatsache höchst interessant: Von 1929 bis heute, ist das BIP (Bruttoinlandsprodukt) der USA jährlich um 6,2% nominal gewachsen. Parallel dazu sind die Gewinne der US-Unternehmen um 6,3% gewachsen. Dies ergibt eine Korrelation von 0,98% (wobei 1% perfekt wäre!).

Wenn wir davon ausgehen, dass diese Entwicklung sich lediglich ungefähr wie oben beschrieben fortsetzt, ist dies ein ziemlich starkes Argument, via passiver Investment-Vehikel breit in den Gesamt-Markt zu investieren.

Bogle’s Empfehlung: „Simply buy a Standard & Poor’s 500 Index fund or a total stock market index fund. Then, once you have bought your stocks, get out of the casino – and stay out. Just hold the market portfolio forever.”

Das Buch ist in zwanzig Kapitel unterteilt. Im Folgenden möchte ich euch so prägnant wie möglich die wichtigsten Kernbotschaften dieser Kapitel vorstellen. Aufgrund des sehr werthaltigen Inhalts und des Umfangs teile ich dieses Buch auf zwei separate Blog-Beiträge auf. Die ersten zehn Kapitel werde in diesem Beitrag besprochen. Die restlichen zehn im Beitrag am kommenden Wochenende.

Kapitel 1: A Parable

In dem ersten Kapitel beschriebt Bogle anhand einer unterhaltsamen kleinen Geschichte, wie wichtig es ist, sich von Gesellschaften, die das Kapitalvermögen aktiv verwalten, zu lösen. Bogle betont in diesem Kapitel, dass der Weg zum Wohlstand vielmehr über einen passiven Ansatz möglich ist: „Don’t do something. Just stand stand there.“

Bogle beschreibt hier völlig richtig, dass je höher die Aktivitäten eines Investors, desto höher sind finanzielle Vermittlungskosten (Bank, Berater etc.) und die Steuern.

Kapitel 2: Rational Exuberance

In diesem Kapitel veranschaulicht Bogle wunderbar die Gründe für den Wachstum der amerikanischen Börse. Es sind schlicht und ergreifend zu 99,95% die amerikanischen Firmen, die mit ihren Gewinnen die Kapitalerträge an der Börse generieren. Lediglich 0,5% der börslichen Erträge werden durch Spekulationen generiert.

Das Fazit dieses Kapitels: Eine langfristige Strategie ist an der Börse schwer schlagbar. Solange die Unternehmen wachsen, expandieren und Gewinne generieren, wachsen die Kurse parallel mit.

Kapitel 3: Cast Your Lot with Business

Die Grundfrage dieses Kapitels: Wie machst du an der Börse ein gutes Geschäft?

Bogle’s Antwort: Indem du ein Portfolio kaufst, dass Anteile an allen amerikanischen Unternehmen beinhaltet und dieses Portfolio für immer behältst.

Konkrete Empfehlungen sind von Bogle die folgenden beiden Index-Fonds:

  • S&P 500 Index
  • Dow Jones Wilshire Total Stock Market Index

Von 1926 bis 2016 generierte der erst genannte eine jährliche Rendite von 10% und zweiterer eine jährliche Rendite von 9,8%.

Ein im Jahr 1926 investierter Dollar wäre 2016 zu 5.940 $ angewachsen. Beeindruckend, wenn ihr mich fragt.

Kapitel 4: How Most Investors Turn a Winners’s Game into a Loser’s Game

Bogle beschreibt in dem vierten Kapitel die Wichtigkeit von möglichst geringen Kosten.

Grundsätzlich gilt, je länger der Anlagehorizont, desto besser. Denn dann kann die Verzinsung (bzw. der Zinseszins) seine volle Wirkung entfalten.

Problematisch ist jedoch ein langer Anlagehorizont in dem eine Investmentstrategie mit hohen Kosten verfolgt wird. Interessant und erschreckend zugleich ist hier, das hier „hoch“ bereits ein bis zwei Prozentpunkte der Rendite sind (Schau dir dazu gern meine Veranschaulichungen zum Zinseszins-Effekt aus diesem Beitrag an)!

Ein bis zwei Prozentpunkte können einen riesigen Vermögensunterschied bedeuten.

Bogle bringt es prägnant auf den Punkt: „Costs make the difference between investment success and investment failure.”              

Kapitel 5: Focus on the Lowest-Cost Funds

“Fund performance comes and goes. Cost go on forever.”

Bogle hat meiner Ansicht nach, ein großes Talent, komplexe Sachverhalte, äußerst simpel darzustellen. Dem obigen Satz ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen.

Schauen wir uns die möglichen Kosten an, die deine persönliche Performance komplett wegrasieren können:

  • Total Expense Ratio (Verwaltungskosten etc.)
  • Kauf- und Verkaufskosten
  • Steuern

Bogle’s Rat ist hier äußerst simpel: Kaufe die billigsten Index-Vehikel, die du finden kannst!

Als Merksatz: „The more the managers and brokers take, the less the investors make!”

 Kapitel 6: Dividends Are the Investor’s (Best?) Friend

Da ich selber Dividenden-Titel liebe und sammle, war dieses Kapitel und Bogle’s Meinung zu diesem Thema besonders interessant für mich.

Ein paar Fakten gleich zum Anfang: Seit 1926 haben Dividenden im S&P 500 eine jährliche Rendite von 4,2 % generiert. Dies sind ganze 42% der Aktienmarkt-Performance von 10% (siehe Kapitel 3).

10.000$ investiert in den S&P 500 im Jahr 1926 wären 2016 ohne Dividenden zu 1,7 Millionen $ gewachsen. Mit den Dividenden wären es ganze 59,1 Millionen $!

Zu der Wichtigkeit von Dividenden verweise ich gern auf das Buch von Röhl und Heussinger, Cool bleiben und Dividenden kassieren. Zu diesem Buch habe ich ebenfalls eine Rezension geschrieben. Das Buch der beiden Herren, ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher!

Fazit dieses Kapitels: Dividenden sind unverzichtbar!

Kapitel 7: The Grand Illusion

In diesem Kapitel geht es darum, dass die Performance der Fondsgesellschaften, nie die Performance der Fonds-Investoren ist.

Generell hat die durchschnittliche Fondsgesellschaft in den vergangenen 25 Jahren eine Rendite von 7,8% generiert. Dies sind ganze 1,3% weniger als der S&P 500 (siehe vorherige Kapitel).

Hinzu kommen die bereits angesprochenen Kosten. Die Performance wird also noch schlechter!

Des Weiteren kommt ein weiterer Faktor dazu, der die Performance schrumpfen lässt. Die Emotionen der Fonds-Verwalter.

Kapitel 8: Taxes Are Costs, Too

Kernaussage dieses Kapitels: Die meisten aktiv gemanagten Fonds sind extrem Steuer ineffizient. Passive Index-Fonds dagegen sind deutlich Steuer-effizienter.

Insbesondere thesaurierende Index-Fonds sind extrem steuer-begünstigend. Denn es gibt keine Ausschüttungen, die durch die Kapitalertragsteuer besteuert werden müssen. Die Besteuerung wird vielmehr nach hinten heraus verzögert.

Kapitel 9: When the Good Times No Longer Roll

In diesem Kapitel weist Bogle darauf hin, dass man in Zukunft wohl mit geringeren Renditen an der Aktien- und Anleihen-Börse rechnen sollte.

Hintergrund ist, dass die Rendite an der Börse die durch die Unternehmen generierten Gewinne seit einigen Jahren stark übertreffen.

Da die Gewinne der Unternehmen jedoch eigentlich für die Börsenentwicklung maßgeblich sind, ist dies ein Paradoxon, das auf mögliche Veränderungen an der Börse hindeuten kann.

Bogle prognostiziert eine jährliche Aktien-Rendite von 4% als eine realistische Größe für die Zukunft. Für Anleihen prognostiziert Bogle eine jährliche Rendite von 3,1 %.

Kapitel 10: Selecting Long-Term Winners

Bogle: „Don’t look for the needle – buy the haystack.”

In diesem Kapitel betont Bogle, wie aussichtslos es ist, Fonds oder Aktien zu kaufen, die in der Vergangenheit (kurzfristig) erfolgreich waren.

Die Mühe bei der Suche nach der Nadel im Heuhaufen kann man sich gänzlich sparen. Denn die vergangene Performance sagt herzlichst wenig über die zukünftige Performance aus.

Die Lösung: Ein Index-Fond kaufen, der den gesamten Markt bei minimalen Kosten abdeckt

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Kapitel 11: Reversion to the Mean

In diesem Kapitel geht es um einen äußerst interessanten statistischen Effekt: Die Regression zum Mittelwert.

Im Kern beschreibt dieser Effekt das Phänomen, dass auf ausgefallene oder sehr seltene einzelne Messwerte meist Werte folgen, die wieder näher am Durchschnitt liegen.

An der Börse bedeutet dies, dass über-performende Werte meist recht zügig mit ihrer Performance wieder zum Marktdurchschnitt sinken.

Bogle beschreibt in diesem Kapitel mit sehr eindrucksvollen Statistiken, wie dieser Effekt bei sehr vielen (aktiv-verwalteten) Fonds greift. Die meisten Fonds, die in der Vergangenheit eine sehr gute Performance aufwiesen, performten in der Zukunft signifikant schlechter.

Fazit dieses Kapitel: Wertpapiere lediglich auf Basis historischer Daten auszuwählen, ist alles andere als intelligent.

Der Wall Street Journal Report und Autor Jason Zweig beschreibt solch ein Verhalten folgendermaßen: “Buying funds based purely in their past performance is one oft he stupidest things an investor can do.“

Kapitel 12: Seeking Advice to Select Funds

In diesem Kapitel geht es um die Frage, ob du dir als privater Investor Hilfe bei der Auswahl deiner Wertpapiere suchen solltest.

Basierend auf verschiedenen wissenschaftlichen Studien und seiner eigenen Erfahrung, ist diese Frage in den aller meisten Fällen zu verneinen.

Auch Berater oder Broker können zumeist nicht den „Star“ von morgen prognostizieren, stattdessen löst ihr aktives sowie reges Transaktionsverhalten Kosten aus, die direkt deine Rendite schmälern.

Zudem werden die meisten Fonds/Wertpapiere von ihren Beratern genau dann an die privaten Anleger verkauft, wenn sie besonders „heiß“ sind – dieser Zeitpunkt stellt sehr regelmäßig den schlechtesten Einstiegszeitpunkt dar.

Laut Bogle können Berater gute Berater stattdessen dafür sorgen, dass du mit der richtigen psychischen Einstellung agierst und ruhig bleibst, insbesondere in Schwierigen Finanz-Zeiten. Sie können des Weiteren bei Portfolio-Strukturierung helfen und dich bei steuerlichen Angelegenheiten in Verbindung mit deinen Investments unterstützen.

Bogle hebt aber hervor, dass Berater dir nicht dienen können, indem sie dir (einzelne) Wertpapiere aussuchen, die langfristig den Markt schlagen. Dies vermögen sie nicht zu tun.

Kapitel 13: Profit from the Majesty of Simplicity and Parsimony

In diesem Kapitel fast Bogle die wichtigsten Aussagen, der vorherigen Kapitel noch einmal zusammen:

  • Kosten sind entscheidend wichtig.
  • Das Auswählen von Fonds basierend auf deren langfristigen vergangenen Performance funktioniert nicht.
  • Fond Renditen streben zum (Markt-)Durchschnitt – Regression zum Mittelwert.
  • Ratschläge und Beratung helfen an der Börse meist nur sporadisch.

In diesem Kapitel betont Bogle nochmals, das eine Investition in einen S&P 500 Index aus seiner Sicht sehr ratsam erscheint. Es gibt diverse S&P 500 Fonds, die für normale Privatanleger zugänglich sind. Hier muss jedoch zwingend auf zwei wichtige Komponenten geachtet werden:

  1. Die jährlichen Kosten, z.B. Verwaltungskosten (Annual Expense Ratio).
  2. Die Kauf- sowie Verkaufskosten (Sales Load).

Hintergrund ist, dass sich diese Fonds inhaltlich zwar sehr ähneln, aber komplett unterschiedliche Kostenstrukturen aufweisen. Bogle rät, Fonds zu wählen, die gänzlich ohne Sales Loads arbeiten und außerdem minimale Kosten aufweisen.

Bogle rät zudem davon ab, in einzelne und separate Markt-Sektoren zu investieren. Wissenschaftlich sind die angesagtesten Sektoren-Fonds von heute, die am schlechtesten von morgen.

Kapitel 14: Bond Funds

Dieses Kapitel ist ein weiteres, extrem interessantes. Bogle beschreibt, warum Anleihen so wichtig für das Portfolio eines Investors sind.

Generell hat die Historie zwar gezeigt, dass Aktien deutlich höhere Renditen generiert haben als Anleihen, jedoch gibt es ein paar sehr gewichtige Argumente, warum jeder privater Investor Anleihen in seinem Portfolio haben sollte:

  1. The long run is a series of short runs.” Während vieler kurzer Perioden in der Börsengeschichte haben Anleihen höhere Renditen generiert, als Aktien.
  2. Portfolio-Absicherung: Während Finanzmarkt-Turbulenzen können Anleihen ein Portfolio nach unten hin absichern (besonders für psychisch labile und unerfahrene Investoren zu empfehlen).

Die Frage formuliert sich nach Bogle nicht, ob du Anleihen halten willst, sondern vielmehr wie hoch der Anteil in deinem Portfolio sein soll. Auf die Frage, wie hoch dieser Anteil nun genau sein soll, wird in einem späteren Kapitel noch im Detail eingegangen.

Bogle betont, dass für Anleihen, dieselben Regeln gelten, wie für Aktien: Sie sollten indexiert, kosten-günstig und einfach strukturiert sein.

Kapitel 15: The Exchange-Traded Fund (ETF)

In diesem Kapitel geht Bogle auf das Thema ETF (Exchange Traded Fund) ein.

Bogle hebt hervor, dass man ETFs stets als langfristige Anlageklasse behandeln und nie traden sollte. Zudem sollten mit Hilfe von ETFs ausschließlich ganze Märkte gekauft werden. Das Investieren in bestimmte Sektoren und Marktteilbereiche wird Investoren nach Bogle langfristig jedoch enttäuschen.

Kapitel 16: Index Funds That Promise to Beat the Market

Bogle bewertet in diesem Kapitel Pseudo-ETFs, die in Wirklichkeit mehr aktiv-gemanagten Fonds gleichen.

Bei diesen Fonds werden private Investoren häufig mit dem Versprechen gelockt, den Markt zu schlagen. Bogle’s Meinung zu diesen sog. Smart Beta Fonds kannst du dir denken: zu teuer, zu kompliziert, kurzum unrentabel.

Diese Smart Beta Fonds arbeiten mit extrem leistungsfähigen Computer-Programmen und gewichten die Titel der Portfolios/ETFs nicht nach deren Marktkapitalisierung, sondern nach anderen Faktoren, wie z.B. Größe, Momentum oder Wert.

In diesem Kapitel kommen, wie in den vorherigen ebenfalls einige Investment- und Finanz-Legenden zu Wort. Gregory Mankiw, William Sharpe und Jeremy Siegel teilen Bogle’s Meinung im Bezug auf Smart Beta ETFs. Sie bewerten diese „Hightech-ETFs“ als „dumm“ und „unnötig“. Vielmehr empfehlen sie, genau wie Bogle einfache Investment-Ansätze zu verfolgen, z.B. einen günstigen S&P 500 ETF.

Kapitel 17: What Would Benjamin Graham Have Thought about Indexing?

In diesem Kapitel geht Bogle der Frage nach, was eine der größten Investment-Legenden, nämlich Benjamin Graham, von Index-Wertanlagen gehalten hätte.

Um diese Frage zu beantworten bezieht sich Bogle insbesondere auf Grahams’s letzte Buch, The intelligent Investor.

Graham beschreibt in diesem Buch, dass er nicht glaubt, dass man heut zu Tage noch (regelmäßig) einzelne Wertpapiere identifizieren kann, die einen dem Markt gegenüber überlegenden Wert beinhalten.

Stattdessen rat Graham insbesondere privaten Investoren zu einem „langweiligen“, weniger risikoreichen passiven Fond, der zudem günstig ist, weniger Fehler zulässt und diversifiziert ist.

Graham beschrieb diesen von privaten Investoren zu präferierenden Ansatz mit den folgenden Worten: „The real money in investment will have to be made – as most of it has been made in the past – not out of buying and selling but of owning and holding securities, receiving interest and dividends and benefitting from their long-term increase in value.  

Kapitel 18: Asset Allocation I: Stocks and Bonds

In diesem äußerst interessanten Kapitel werden zwei grundlegende Thematiken bearbeitet:

  1. Die generellen Prinzipien der Asset Allocation und
  2. das Konstruieren eines Fonds-Portfolios für die Ruhestand-Vorsorge.

Im Bezug auf Punkt 1. Ist wissenschaftlich bewiesen, dass 94% der Unterschiede der Portfolio-Rendite von der Asset-Allocation abhängt (zum Thema Asset Allocation hat William Bernstein ein außerordentlich tolles Buch geschrieben, zu dem ich ebenfalls eine Rezension auf diesem Blog geschrieben habe).

Gemäß Graham sollte sich deswegen jeder Investor zuerst die Frage stellen, wie viel Prozent seines Portfolios er in Aktien und wie viel Prozent er in Anleihen investieren möchte.

Graham empfahl in seinem Klassiker, The Intelligent Investor, eine Aufteilung von 75% Aktien und 25% Anleihen bis hin zu der Inversen, d.h.25% Aktien und 75% Anleihen.

Bogle schließt sich der Meinung dieses Finanz-Genies an und verfeinert den Rat folgendermaßen: (jungen) Investoren, die gerade mit dem Vermögensaufbau beginnen, empfiehlt Bogle 80/20, Aktien/Anleihen-Mix, älteren empfiehlt Bogle eine 70/30-Aufteilung. 60/40 für Rentner und 50/50 für Menschen jenseits der 70.

Dabei ist die oben angesprochene Aktien/Anleihen-Aufteilung abhängig von zwei fundamentalen Faktoren:

  1. Die eigene Fähigkeit Risiken einzugehen,
  2. Die Bereitschaft Risiken in Kauf zu nehmen.

Die eigene Fähigkeit Risiken einzugehen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Insbesondere der eigenen finanziellen Situation, zukünftigen Verbindlichkeiten und wie viele Jahre man noch vor sich hat, um diese Verbindlichkeiten zu finanzieren. Je weiter diese Verbindlichkeiten in der Zukunft liegen, desto besser. Zudem hat der Aufbau von zusätzlichen Vermögenswerten ebenfalls einen positiven Einfluss (zum Thema Verbindlichkeiten und Vermögenswerten empfehle ich dir diesen Beitrag).

Dagegen ist die Bereitschaft Risiken in Kauf zu nehmen, eine komplett individuelle und subjektive Entscheidung.

Projiziert auf die anfängliche Fragestellung, wie du dein Portfolio strukturieren solltest, empfiehlt Bogle folgendes: Jüngere Investoren, mit einer hohen Risikobereitschaft sowie einem langen Anlagehorizont können bis zu 80% in Aktien investieren. Den niedrigste Aktien-Anteil, von 25%, sollten ältere Menschen im Ruhestand wählen.

Alles in allem, sind vier grundlegende Entscheidungen zu treffen:

  1. Strategische Entscheidung bzgl. der Verteilung Aktien/Anleihen,
  2. Re-Balancing des Portfolios,
  3. Die Frage, ob du bei Zeiten taktisch die Aktien/Anleihen Aufteilung anpasst.
  4. Aktiv gemanagte oder „langweilige“ passive Index-Fonds (z.B. ETFs).

Bogle schließt dieses Kapitel mit einer wichtigen Botschaft ab: Es existiert keine allgemein gültige Portfolio-Struktur, die „bulletproof“ ist.

Kapitel 19: Asset Allocation II

In diesem Kapitel geht Bogle auf die Vorsorge für den Ruhestand ein.

Für einen angenehmen und finanziell sorgenfreien Ruhestand empfiehlt Bogle eine Mischung aus Dividenden und das abziehen von angesparten Investment-Kapital.

Um das nötige Kapital anzusparen, führt nach Bogle’s Ansicht kein Weg am amerikanischen S&P 500 vorbei. Seit 1993 hat dieser Index eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9,4% generiert.

Kapitel 20: Investment Advice That Meets the Test of Time

In diesem letzten Kapitel fasst Bogle noch einmal die wichtigsten Investment-Lehren zusammen:

  • Wir müssen so früh und regelmäßig wie möglich anfangen, zu investieren.
  • Das Investieren bringt Risiken mit sich. Ein viel größeres Risiko ist jedoch, nicht zu investieren.
  • Index-Fonds sind zu bevorzugen.
  • Kosten sind sehr wichtig und müssen minimiert werden.
  • Steuern sind extrem wichtig und müssen ebenfalls minimiert werden.
  • Wir wissen nicht, wie die Welt morgen aussehen wird. Und schon gar nicht, wie sie in zehn Jahren ausschaut. Daher bedarf es einer intelligenten Asset Allocation.

 

Fazit:

Aus meiner Sicht ein extrem gutes Buch. Insbesondere für private Anleger, die einerseits erfolgreich investieren und andererseits nicht viel Zeit mit dieser Tätigkeit verschwenden wollen.

Neben seiner einzigartigen fachlichen Expertise ist Bogle zudem ein sehr talentierter Autor: Das Buch liest sich sehr unterhaltsam!

Eine dicke Empfehlung!

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Written by Tommi