Zinseszins: Lass dein Geld für dich arbeiten!

Der Zinseszins ist eine der rentabelsten und einfachsten Möglichkeiten, um sein Geld effektiv für sich arbeiten zu lassen.

Bereits Albert Einstein bezeichnete den Effekt des Zinseszins als „Achtes Weltwunder“ sowie „größte Erfindung des menschlichen Geistes“. Albert Einstein war von der Möglichkeit sein eigenes Geld für sich arbeiten zu lassen extrem begeistert.

Ich verrate dir in diesem Beitrag, wie du den Zinseszins am effektivsten zu deinem eigenen Vorteil nutzen kannst!

Inhaltliche Struktur

1. Grundlagen & Definition des Zinseszins
2. Wirkung des Zinseszins
3. Beispiele Zinseszins
4. Fazit

1. Grundlagen & Definition des Zinseszins

Grundsätzlich wird durch den Zinseszins dein gespartes bzw. investiertes Kapital durch einen spezifischen Zinssatz nach bestimmten Zeitintervallen über den Anlagezeitraum vergrößert bzw. „verzinst“.


Im Gegensatz zur einfachen Verzinsung wird beim Zinseszins jedoch nicht nur dein am Anfang investiertes Kapital „verzinst“, sondern auch die Zinsen, die bereits generiert wurden.

Dadurch ist die Grundlage, auf die der Zinseszins wirkt, noch größer und dein Investment wächst über die Zeit signifikant schneller, als dies bei der einfachen Verzinsung der Fall wäre.

Kurz: Das Phänomen des Zinseszins besteht darin, dass jede weitere Verzinsung auf Basis der neuen, bereits angewachsenen Summe geschieht.
Durch diese Methodik wächst das Investment nicht nur linear, sondern exponentiell.

Exponentiell vs. Linear

Exponentiell vs. Linear


Allein die obige Grafik veranschaulicht, wie mächtig der Zinseszins über einen längeren Zeitraum wirkt.


Im weiteren Verlauf dieses Beitrags wirst du noch im Detail sehen, welche Faktoren eine möglichst stark exponentielle Entwicklung begünstigen.

In den ersten Verzinsungsperioden (z.B. Jahren) sind die Beträge, die durch den Zinseszins generiert werden, relativ klein. Nach hinten heraus können diese Beträge jedoch sehr beeindruckend werden.

Den Zins, den du im Rahmen der Verzinsung erhältst, kann als eine Art Entgelt betrachtet werden. Den du dafür erhältst, dass du dein Kapital einer Institution, wie einer Bank, einem Unternehmen oder auch einer Privatperson temporär zur Verfügung stellst.

Vorausgesetzt du findest eine entsprechende Anlageform, die einerseits rentabel und andererseits ein passendes Risiko-Profil aufweist, musst du als langfristiger Investor nur zwei grundlegende Eigenschaften mitbringen, um den Effekt des Zinseszins optimal nutzen zu können:

a.) eiserne Disziplin
b.) Durchhaltevermögen.

Diese beiden Tugenden bilden die Grundlage für die Wirkung des Zinseszins. Wie du im weiteren Verlauf dieses Beitrags noch sehen wirst, entfaltet der Zinseszins seine Wirkung am stärksten über längere Anlagezeiträume. „Lange“ bedeutet hier im Idealfall mehrere Jahrzehnte.

2. Optimale Wirkung des Zinseszins

Am effektivsten wirkt der Zinseszins, wenn die folgenden drei Bedingungen erfüllt werden:

1. Lange Laufzeit (im Optimalfall mehrere Jahrzehnte)
2. Ein maximal hoher Zinssatz
3. Eine maximal hohe Investitions-Startsumme

Ad. 1: Durch eine lange Laufzeit wird die Grundlage für die Berechnung der Zukünftigen Zinsen stetig größer. Resultat: Die Zinsen werden pro Zeitintervall größer und das Vermögen wächst immer schneller.

Ad. 2: Logisch, je höher der Zinssatz, desto höher sind die Zinsen.

Ad. 3: Je größer der „Initial-Anlagebetrag“, als deine anfänglich Investitions-Startsumme, desto höher sind die zukünftigen Zinsen.

Alle drei Effekte werden wir uns im Folgenden anhand von Grafiken im Detail anschauen.

3. Beispiele Zinseszins

Im Folgenden habe ich die Faktoren, welche die Wirkung des Zinseszinses maßgeblich beeinflussen, veranschaulicht.


Uns interessieren hier insbesondere der Einfluss der (Lauf-)Zeit sowie des Zinssatzes.

Schauen wir uns zuerst einmal die Bedeutung des Anlagezeitraums an. Zeitgleich vergleichen wir dabei die lineare mit der exponentiellen Verzinsung.

Vorausgesetzt wird für beide Anlage-Varianten eine Investitions-Startsumme von 50.000€. Beides wird mit einem Zinssatz von 5% verzinst (entspricht einem Faktor von 1,05). Der Anlagezeitraum beträgt in diesem einführenden Beispiel 10 Jahre.


Die Zinserträge sind erstmal das einzige, was uns primär interessiert.

Zehn Jahre Zinseszins

Zehn Jahre Zinseszins

Durch die lineare Verzinsung wurde jährlich 2.500 € an Zinserträgen erwirtschaftet. Demnach nach zehn Jahren in Summe 25.000 €.

Der Zinseszins hat natürlich keine gleichbleibenden jährlichen Beträge generiert, sondern steigende. In Summe hat der Zinseszins 31.444,73 € an Zinserträgen generiert.

Somit wurden durch den Zinseszins im Vergleich zur linearen Verzinsung bei einem Zinssatz von 5%, in zehn Jahren 6.444,73 € mehr an Zinserträgen generiert. Ziemlich beeindruckend.

Zwanzig Jahre Zinseszins

Zwanzig Jahre Zinseszins


Nach zwanzig Jahren ist die Differenz noch beeindruckender. Die beiden Linien fangen an, wie die Zangen einer Schere auseinander zu klaffen.

Der Zinseszins hat insgesamt 82.664, 89 € an Zinsen generiert. Die einfache Verzinsung dagegen lediglich 50.000 €.

Dies entspricht einer Differenz von 32.664,89 €. Erstaunlich ist, dass der Zinseszins zwischen Jahr 14 und 15 dafür sorgt, dass allein die Zinsen bereits höher sind, als der Anlagebetrag von 50.000 € im ersten Jahr.


Ein weiterer interessanter Fact: Der Zinsertrag der einfachen Verzinsung ist nach zwanzig Jahren logischerweise doppelt so hoch, wie nach zehn Jahren. Aber was ist bei der Verzinsung durch den Zinseszins geschehen?

Der Zinseszins hat dazu geführt, dass der Zinsertrag im Vergleich zum Ausgangs-Anlagebetrag in Summe, um den Faktor 2,63 gestiegen ist! Zu guter Letzt gucken wir uns dasselbe Beispiel noch einmal für einen 30-Jahreszeitraum an.

Dreizig Jahre Zinseszins

Dreizig Jahre Zinseszins

Die „Schere“ klafft hier offensichtlich noch stärker auseinander.

Die einfache Verzinsung hat zu einem Gesamtertrag von 75.000 € geführt. Der Zinseszins zu einem Zinsertrag von 166.097,12 €! Damit ist der Ertrag durch den Zinseszins mehr als doppelt so hoch, wie der der einfachen Verzinsung.

Der Zinseszins hat den Zinsertrag im Verhältnis zum Ausgangs-Anlagebetrag um den Faktor 3,32 erhöht!

Ich hoffe, du hast nun bereits in etwa verstanden, warum der Zinseszins ziemlich sexy ist. Wir haben gelernt, dass insbesondere der Anlage-Zeitraum sehr wichtig ist! Es gilt daher: Je länger du rentabel investierst, desto mehr arbeitet der Zinseszins für dich!

Jetzt spielen wir mal ein wenig mit der Höhe des Zinssatzes.


Historisch konntest du mit Aktien eine durchschnittliche Rendite nach Steuern und Kosten von 7% generieren. Diese Zahl beruht auf den Untersuchungen einer sehr anerkannten wissenschaftlichen Arbeit.


Im Rahmen dieser Arbeit untersuchten die Autoren 16 Industrienationen (und deren Aktien, Anleihen, Immobilien) über einen Zeitraum von 1870 bis 2015! Die Daten sind also durchaus aussagekräftig. Ob die Daten zu 100% in die Zukunft extrapoliert (d.h. prognostiziert) werden können, ist jedoch ungewiss.

Um dieser Unsicherheit gerecht zu werden, schauen wir uns im folgenden Beispiel Zinssätze im Intervall von 5% bis 9% an. Der Anlagezeitraum beträgt realistische 30 Jahre. Ein in etwa 30-jähriger würde demnach im Alter von 60 Jahren auf sei investiertes Geld zugreifen können.

Wir gehen dabei von einer „Initial-Anlagesumme“ von 50.000€ aus. Der Einfachheit halber interessieren uns primär wieder nur die Erträge, welche durch den Zinseszins generiert werden!

There u go:

Verzinsung verschiedene Zinssätze

Verzinsung verschiedene Zinssätze

In der Legende steht „ZS“ der Einfachheit halber für Zinssatz.


Die Ergebnisse sind ziemlich beeindruckend. Bis jetzt wissen wir, dass der Zeitraum unserer Anlage möglichst langfristig sein sollte. Alles ab 15-20 Jahren ist sehr attraktiv und dazu rentabel.

Wie ist nun die Wirkung der unterschiedlichen Höhen des Prozentsatzes auf unsere Zinserträge? Unglaublich!

Der Unterschied zwischen:

• 5% und 6%, bedeutet eine Vermögens-Differenz von ca. 71.077 €,
• 6% und 7%, bedeutet eine Vermögens-Differenz von ca. 93438,19 €,
• 7% und 8%, bedeutet eine Vermögens-Differenz von ca. 122.520,09 € und
• 8% und 9%, bedeutet eine Vermögens-Differenz von ca. 160.251,08 €.

Die obige Grafik zeigt uns, dass bereits ein oder zwei Prozente mehr, über einen langfristigen Anlagezeitrau einen gewaltigen Unterschied ausmachen können.

Daraus lässt sich relativ einfach schlussfolgern, dass es nicht egal ist, ob wir eine Anlageklasse mit einer Rendite bzw. Verzinsung von 4% oder von 6% haben.
Je rentabler die Anlageklasse insbesondere über längere Zeiträume ist, desto besser. Hier drängen sich aus meiner Sich gerade Aktien, als sehr attraktive Alternative auf!

4. Fazit

Um den Zinseszins optimal nutzen zu können, benötigst du Disziplin und eine zu dir passende Geldanlage.


Deine Anlage-Strategie sollte dabei unbedingt strategisch, bedeutet langfristig sein. Spekulanten werden nie von diesem mächtigen Finanzeffekt profitieren können. Ab 15-20 Jahren lohnt sich die Arbeit mit dem Zinseszins extrem!

Neben der Langfristigkeit deiner Investition ist der Zinssatz sehr wichtig. Hier gilt ganz einfach, je höher desto besser.

Als ein guter Zinssatz kannst du alles bezeichnen, was größer als 5% ist. Für alles über 7% solltest du bereits extrem dankbar sein.

Wir haben in den obigen Beispielen (Grafiken) gesehen, welch großen Unterschied einzelne Prozente bei der Verzinsung durch den Zinseszins machen! Bereits ein oder zwei Prozente mehr, können über einen langfristigen Anlagezeitraum einen massiven Vermögenszuwachs bedeuten.


Um einen Zins von ca. 7% zu erreichen, bieten sich insbesondere Aktien an, die in den vergangenen Jahrzehnten durchschnittlich 7% Zinsen generiert haben. Ob dies in Zukunft jedoch auch so sein wird, kann ich dir nicht versprechen oder prognostizieren!

Beschleunigen kannst du den Effekt des Zinseszins des Weiteren durch möglichst hohe „Initial-Investitionen“. Bedeutet, je mehr Geld du am Anfang sparen bzw. investieren tust, desto mehr wirst du langfristig davon profitieren.


Quellen:

– https://www.frbsf.org/economic-research/files/wp2017-25.pdf

Written by Tommi